Der Kalender und die Statue sind ausgestellt im 'Musée de la civilisation gallo-romaine' in Lyon-Fourvière
Aus den Bronze-Fundstücken zusammengesetzte und restaurierte Götterstatue-vermutlich Apollo
Als Kalender von Coligny wird eine Bronzetafel bzw. deren Bruchstücke bezeichnet, auf die ein Kalender aus gallo-römischer Zeit eingraviert ist.
Im November 1897 fand der Bauer Alphonse Roux auf einem Feld in der Markung «Verpoix» bei dem Dorf Coligny (Département Ain-Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich) neben der alten Straße von Lugdunum/Lyon nach Lons-le-Saunier ca. 30 cm unter der Erde an die 550 Bronzeteile die laut Ausgrabungssituation einst in einem Korb aufbewahrt, in den Boden gekommen sein mussten. Darunter befanden sich auch Fragmente einer Bronzestatue -vermutlich des Gottes Apollo (Gott des Lichts, der Heilkunst, der Weissagung und der schönen Künste). Als Entstehungszeit der Requisiten wird von Fachleuten das erste bzw. zweite Jahrhundert n. Chr. angenommen. Der ursprüngliche Standort des Kalenders und der Statue dürfte ein gallisches Heiligtum gewesen sein. Im Gebiet von Coligny siedelte zu Zeiten Cäsars der keltische Volksstamm der Sequaner. Die Entfernung nach Lugdunum/Lyon dem ehemaligen Verwaltungszentrum Galliens (Ara trium Galliarum) beträgt ca. 90 Kilometer.
Die Kalendertafel hatte ursprünglich eine Größe von 148 × 90 cm und ließ sich wieder zu rund 45 % ihrer Ursprungsfläche zusammensetzen. Die Tafelbruchstücke sind mit lateinischen Buchstaben in gallischer Sprache beschriftet. Der Steckkalender umfasst 2021 Zeilen mit ca. 60 Wörtern im erhaltenen Teil. Der Fundsituation nach, ist der Kalender wohl ursprünglich in einem Tempel aufbewahrt bzw. ausgestellt worden. Er lässt sich trotz vieler fehlender Fragmente dank seines eindeutigen Schemas und systematischen Aufbaus relativ gut rekonstruieren. Der Kalender umfasst einen Zeitraum von 5 Jahren zu je 12 Monaten mit zusätzlich zwei Schaltmonaten- in Summe also 62 Monate. Aus der Rekonstruktion ist ersichtlich, daß hier ein lunisolarer Kalender vorliegt, der versucht, das Mondjahr mit dem Sonnenjahr in Einklang zu bringen.
Übersicht Monate und Tage im Fünfjahreszyklus mit der Anzahl der entsprechenden Monatstage
Monatsname | Status | Monatstage im Jahr 1 | Monatstage im Jahr 2 | Monatstage im Jahr 3 | Monatstage im Jahr 4 | Monatstage im Jahr 5 |
0. QVIMON [ ] | MAT | 30 | - | - | - | - |
1. SAMON [ ] | MAT | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 |
2. DVMAN [ ] | ANM[AT] | 29 | 29 | 29 | 29 | 29 |
3. RIVROS [ ] | MAT | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 |
4. ANAGAN [ ] | ANM[AT] | 29 | 29 | 29 | 29 | 29 |
5. OGRON [ ] | MAT | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 |
6. CVTIOS [ ] | MAT | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 |
0 [S]ANTARAN [ ] | MAT | - | - | 30 | - | - |
7. GIAMON [ ] | ANM[AT] | 29 | 29 | 29 | 29 | 29 |
8. SIMIVIS [ ] | MAT | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 |
9. EQVOS [ ] | ANM[AT] | 30 | 28 (unsicher) | 30 | 28 (unsicher) | 30 |
10. ELEMBIV [ ] | ANM[AT] | 29 | 29 | 29 | 29 | 29 |
11. EDRINI [ ] | MAT | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 |
12. CANTLOS [ ] | ANM[AT] | 29 | 29 | 29 | 29 | 29 |
Gesamttage pro Jahr | 385 | 353 | 385 | 353 | 355 | |
Gesamtage im Fünfjahreszyklus | 1831 |
Von der Erde aus beobachtet erreicht der Mond nach einem (synodischen) Monat wieder die gleiche Stellung zur Sonne. Dieser Monatsbegriff entspricht dem landläufigen Verständnis eines Monats als einer „Periode der Mondphasen“. Durchschnittlich dauert die Zeitspanne von Vollmond zu Vollmond (Lunation) etwa 29,53 Tage. 12 Lunationen betragen somit 12 x 29,53 = 354,36 Tage. 12 Monate des keltischen Jahres entsprechen auch 12 Lunationen, werden jedoch im keltischen Kalender mit 6 x 30 + 6 x 29 = 354 Tage berechnet. Zum Sonnenjahr mit 365,25 Tagen ergibt sich eine Differenz von ca. 11 Tagen. Der keltische Kalender versucht dieses Problem zu lösen bzw zu minimieren, indem er einen 5-Jahreszyklus verwendet und zu Beginn des ersten und in der Mitte des dritten Jahres (Monat 31) des Zyklus einen zusätzlichen (Schalt-)Monat zu jeweils 30 bzw. 28 oder 29 Tagen einfügt.
Nach Garett S. Olmsted, der den Kalender mit Hilfe verschiedener Methoden zu rekonstruieren versuchte (1) ergeben sich (mit Monat EQVOS I-30 Tage/EQVOS II-28 Tage/EQVOS III-30 Tage/EQVOS IV-28 Tage/EQVOS V-30 Tage) in Summe des 5-Jahreszyklus 1831 Tage, wie oben in der Tabelle visualisiert. Das Sonnenjahr umfasst im gleichen Zeitraum 5 x 365,24 also 1826,2 Tage. Wie ersichtlich ist der Colignykalender im 5-Jahreszyklus dadurch ca. 5 Tage länger als der Sonnenzyklus, die Jahreszeiten würden also nach jeweils 5 Jahren immer 5 Tage füher beginnen.
Diese Differenz konnten die keltischen Astronomen, Druiden und Mathematiker dadurch ausgleichen, indem sie bei Zugrundlegung des 30-jährigen keltischen Lebenszyklus (=ein Saturnumlauf um die Sonne) zu Beginn eines jeden 30-Jahreszyklus jeweils den ersten Schaltmonat (QVIMON zu 30 Tagen) wegfallen liesen. Die 30-Jahresperiode war für die Kelten ein wichtiger Orientierungs- und Fixpunkt. Sie entsprach damals dem Zeitraum einer Generation bzw. eines Lebensalters und dem Umlauf des Planeten Saturn um die Sonne, wie es z.B. Plinius der Ältere (24 bis 79 n. Chr.), Plutarch (45 bis ca. 125 n. Chr.) und Diodorus Siculus (1. Jh. v. Chr.) in ihren Werken berichten :
Plinius der Ältere schreibt im 16. Buch seiner Naturgeschichte 77 n. Chr. : "...Nichts ist den Druiden - so nennen sie ihre Magier - heiliger als die Mistel...und zwar vor allem am 6. Tage nach Neumond, also zu einem Zeitpunkt, an dem bei ihnen [den Kelten] die Monate und Jahre beginnen, sowie nach Ablauf von 30 Jahren eine Generation. Zu diesem Zeitpunkt habe der Mond schon reichlich Kraft gesammelt, seine Höhe aber noch nicht überschritten....".(20)
Plutarch : "Alle dreißig Jahre, wenn der Stern des Chronos [=Saturn], den wir den 'glitzernden' nennen und sie [die Leute von Britannien] als "den Wächter der Nächte' bezeichnen, in das Sternbild Stier eintritt,.... [halten sie ein merkwürdiges Ritual ab]..." (Moralia-de facie in orbe Lunae -Buch 26 (21).
Diodorus Siculus im 5. Buch seiner Universalgeschichte: "...Die Verbrecher halten sie [die Gallier] fünf Jahre lang gefangen, weihen sie, an Pfählen gespießt, den Göttern und verbrennen sie mit vielen anderen Opfergaben auf sehr hohen Scheiterhaufen, die sie zu diesem Zweck errichten." (22)
Ergebnis der keltischen Kalenderrechnung im 30-Jahreszyklus
Eine Lunation dauert also im Mittel 29,53 Tage. In sechs Fünfjahreszyklen (30 Jahre) addieren sich die Lunationen zu 5 x 62 + 1 x 61 also 371 Lunationen mit in Summe 371 x 29,53 = 10955,6 Tagen. Der Colignykalender kommt im gleichen Zeitraum auf 6 x 1831 - 30 Tage also auf 10956 Tage. Die Differenz zu den wirklichen Lunationen beträgt also nur 0,4 Tage. 30 Sonnenjahre zu 365,24 Tage ergeben 10957,2 Tage. Die Differenz zum Sonnenjahr; beträgt somit 10957,2 - 10956 = 1,2 Tage. Die geringe Abweichung von nur 1,2 Tagen in 30 Jahren spricht für sich! Für die damalige Zeit mit den damals vorhandenen Mess- und Beobachtungsmethoden eine erstaunliche Leistung der keltischen Astronomen, Mathematiker und Druiden !
Anmerkung zu den nun folgenden Deutungen der einzelnen Buchstaben, Wortfragmente bzw Texte im Kalender:
In den geschweiften Klammern {} sind die bei der Deutung und Übersetzung zugrunde gelegten Sprachen aufgeführt:
{S} Sanskrit / {G} - Gaelisch / {Bret} - Bretonisch / {Brit} - Brittanisch / {K} - Kornisch / {M} - Manx / {W} - Walisisch / {I} Irisch
Die Zahlen in den halbrunden Klammern verweisen auf die dabei verwendeten Wörterbücher bzw Unterlagen im Quellenverzeichnis.
Ausschnitt Colignykalender mit Stecklöchern
Vor jeder Tageszeile befindet sich ein Loch im Blech, in das ein Stift gesteckt werden konnte, um das jeweils aktuelle Tagesdatum zu kennzeichnen
Beispiel eines römischen Steckkalenders-Parapegma
Obere Zeile: Die Gottheiten des jeweiligen Tages. Von links nach rechts:
Saturn (Samstag)-Sol (Sonntag)-Mondgöttin Luna (Montag)-Mars (Dienstag)-Merkur (Mittwoch)-Jupiter (Donnerstag)-Venus (Freitag),
In der Mitte der Monatskreis/Tierkreis (Zodiak). Monatsanfänge (Neumond) und Monatsmitten (Vollmond) mit Lochmarkierungen. Linke Spalte: Tageszählung erste Monatshälfte: 1-15 / Rechte Spalte; Tageszählung zweite Monatshälfte.
Vor jedem Monatsnamen -hier Monat SAMON- liest man MID bzw M
M ist die Abkürzung für MID[ ] = 'Monat'. Keltisch/Gälisch: 'mi', 'mìos' – Monat; 'mìos buidhe' – goldener Monat, gemeint ist der Juli.(1) Kornisch {K} : mis - Monat (9); Bretonisch {Bret} miz - Monat (7);
Der Vermerk M bzw. MAT nach dem Monatsnamen bezeichnet Monate mit 30 Tagen, der Vermerk 'ANM' (= 'ANMAT') bezeichnet Monate mit nur 29 Tagen. Gälisch 'math' bedeutet 'voll, ganz, vollständig, komplett', 'an-' als negatives Präfix 'nicht, un-'. ANMAT bedeutet somit 'unvollständig'. Hier gibt es eine Parallele zu den altgriechischen Kalendern, wo Monate mit 30 Tagen als μήν πλήρης ('men plereis') = als 'voller, vollständiger Monat', Monate mit nur 29 Tagen als 'μήν κοίλος' ('men koilos') = als 'hohler, unvollständiger Monat bezeichnet wurden.
Jeder Monat ist jeweils in 2 x 15 Tage (MAT-Monate) bzw. in 15 und 14 Tage (ANMAT-Monate) eingeteilt. In der Monatsmitte nach dem 15. Tag (Vollmond) befindet sich in jedem Monat eine Zeile mit dem Begriff ATENOVX.
ATE: Sanskrit: {S} ádhi – oben; adhirāj – Oberkönig; (10)
áti – sehr, überaus; atibhūmi – Höhepunkt; atiratha – großer Held; (10) Gälisch {G} athas –Sieg (1); {G} at - Schwellung;(4)
NOVX: {G} nochd - heute Nacht, diese Nacht; {K} nos - Nacht (7); {Bret} noz - Nacht (9); {M} nocht - heute Nacht (11); Latein: nox - die Nacht;
ATENOVX würde also bedeuten:
"Heute große Nacht/Hohe Nacht/Vollmondnacht/Vollmond".
Die Hervorhebung von 'ATENOVX' in jedem Monat im Tafeltext deutet auf die Wichtigkeit dieses Kalendertages bzw. der Nacht hin.
Druiden bei der Abhaltung ihrer Zeremonien
Im mittelirischem Text 'Accalam na Senórach' gibt es folgende Textstelle:"...the moon in her great fifteenth surpasses the stars of heaven, that warrior ...surpassed the sons of the king ...". Hier wird die Größe, Kraft oder Macht des Vollmondes in Bezug zur Kraft des Kriegers gesetzt.(25)
König Conchobor -Figur der frühmittelalterlichen keltischen Mythologie Irlands- wird in der Erzählung 'Mesca Ulad' -the intoxication of the Ulstermen- in ähnlicher Weise beschrieben: 'Abroad-eyed, royal gigantic warrior...comparable to a moon in its great fifteenth was his countenance, his visage and his face'. (25)
Beispiel für einen Monat mit 30-Tagen MAT | Beispiel für einen Monat mit 29-Tagen ANM[AT] |
• I MD EXO IVOS (Anagant T1 und Giamon T1) | EXO IVOS am Tag 1 des Monats entspricht den 'Kalendae' im römischen Kalender: Die Kalenden (lateinisch calendae) waren im römischen Kalender jeweils der erste Tag eines Monats, an dem der Oberste Priester die Festtage, Opferfeierlichkeiten und wichtigen Termine des aktuellen Monats verkündete. Vom zugehörigen Ritual der Ausrufung (Lateinisch: calare „ausrufen“) leitet sich die Bezeichnung 'Kalendae' ab. | • I D EXO IVOS {G} eigh - Ruf, Schrei, Ausruf; eigheach - Ankündigung, Ausrufung, Ver-kündigungszeromonie;(1) IVOS : {G} ios - essen, speisen; (1) | Übersetzung: 'Ausrufung der Opfer(termine) bzw. Feierlichkeiten'. Speiseopfer dienten in erster Linie dazu, die Götter gnädig zu stimmen, dann wohl auch zur Versorgungen der Priesterschaft des jeweiligen Tempels. |
• II MD IVOS | IVOS : {G} ios - essen, speisen; (1) Siehe oben Tag 1. | • II D |
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• III MD IVOS | • III D | ||
• IIII MD IVOS | • IIII D | ||
• V D AMB | AMB : Die Bezeichnung tritt in der Regel an den ungeraden Tagen im Kalender auf. AMB : {G} aimbeairt- Unglück, Unheil, Gefahr, Schaden; als Adjektiv: unheilvoll, schädlich; (1) {G} aimbeart –Schaden, Unheil, Gefahr, Verderben; aimbeartach – schädlich, gefährlich, schwach; (4) | • V D AMB Bedeutung: 'Tag -für wichtige Unternehmungen- ungeeignet'. Schaden/Gefahr droht! Besondere Vorsicht an diesen Tagen angebracht. Die Tempelpriester oder Druiden nutzten den Kalender sicher auch für Weissagungen bzw Vorhersagen, um günstige bzw ungünstige Termine für geplante Unternehmungen zu bestimmen. | |
• VI MD | Vollmondbahn und Höchststand Sommer | Sonne Mond Mond Sonne | Vollmondbahn und Höchststand Winter |
• VII MD PRINNI LOVDIN PRINNI LAGET | Mondbahn Sommer/Winter Dieses Diagramm zeigt die Bahn des zunehmenden Mondes im Sommer und im Winter. Da die Mondbahn im Sommer kürzer und flacher geneigt ist geht dieser im Sommer im Südwesten unter, während er im Winter im Nordwesten untergeht. Der Tagesvermerk PRINNI LOVDIN tritt im Sommerhalbjahr nach der Sommersonnenwende im Monat DVMAN 1 (Jahr 2,3,4) -also im Juni- zum ersten Mal auf, und verläuft dann weiter jeweils immer um 2 Monate und einen Tag immer weiter nach oben versetzt über RIVROS 2 (J2,3,5), OGRON 3 (J5) ), CVTIOS 4 (J2,5) . Die PRINNI LAGET Reihe beginnt im SIMIVIS-(Dezember) nach der Wintersonnenwende, also um genau 6 Monate versetzt und verläuft ähnlich wie die PRINNI LOVDIN-Reihe. | Wenn die Sonne ihren höchsten Stand zur Sommersonnenwende erreicht steht der Mond am tiefsten am Horizont. Bei der Wintersonnenwende ist es genau umgekehrt! Sanskrit: {S} bhri; bhrināti – brennen; {G} luth – Kraft, Stärke, Macht;(1) {G} lag - schwach;(1) {G} lagadh - schwach, kraftlos werden;(1) {G} lagaid – abnehmen, veringern, nachlassen, schwach werden;(1) PRINNI LOVDIN - bedeutet also: Leuchtdauer/Leuchtkraft (des Mondes) nimmt zu. Nach der Sommersonnenwende -die Sonne "wendet" an diesem Tag und wandert wieder in Richtung Süden- werden die Nächte länger. Die Mondbahn wird zunehmend steiler. Dadurch ist er dann nachts auch länger sichtbar. PRINNI LAGET heißt: Leuchtdauer/Leuchtkraft (des Mondes) nimmt ab. Nach der Wintersonnenwende -die Sonne "wendet" an diesem Tag und wandert wieder in Richtung Norden-wird die Mondbahn wieder flacher, die Nächte kürzer! | Die PRINNI LAGET Reihe beginnt im Winterhalbjahr-also um genau 6 Monate versetzt- bei SIMIVIS 1 (J1,3,4)- und verläuft schrittweise in den Folgemonaten immer jeweils einen Tag weiter noch oben zählend über Eqvos 2 (J1,2,3,4,5) nach Elembivos 3 (J2), Dann wieder um jeweils zwei Monate und um einem Tag nach oben versetzt über Cantlos 4 (J1,2,3,4,5), Dvman 5 (J1,2,3,4), Anagan 6 (J1,3, 4,5) wo zwei Tage vorher der Vermerk OCIVM (J3,4,5) erscheint, über Cvtios 7 (J2- nicht aber im J5) nach Giamon 7 (J5- nicht im J3, wo die Notierung TIOCOBREXTIO vorkommt, zu Simivis 8 (J1) , 3 - nicht J4, wo statt dessen der Vermerk Zusätzlicher Eintrag TIOCOBREXTIO im Simi 7 mit dem Zusatz SINDIV in Simi 9. Der PRINNI LOVDIN-Eintrag verläuft somit von Simi 1 bis Simi 8 über insgesamt 362 Tage. Anmerkung: Zur jeder Vollmondphase stehen sich Sonne und Mond konträr gegenüber d. h. in Opposition. Zur Wintersonnenwende erreicht die Sonne während ihres jährlichen Laufs ihren tiefsten Stand über dem Horizont, während der Mond seine höchste Höhe erreicht (Sonne: 17,5° / Mond: 68,5°). Zur Sommersonnenwende ist es genau umgekehrt: Sonne steht im höchsten Punkt, Mond im tiefsten.
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• VIII MD | • VIII MD | ||
Münze der keltischen ICENER (Volk in Britannien ca. 50 n.Chr.) | Fingernagel mit Lunullamöndchen (Halbmond) | Pferdehuf (halbmondförmig) | Halbmond im abnehmenden Zyklus |
• VIIII MD ~ N INIS R | Mondzyklus Die Bezeichnung N INIS R tritt in der Regel um den 7./8. Tag und um den 22./23. Tag -also in den Halbmondphasen- der Monaten auf. Mit diesem Begriff wird wohl das erste bzw. das letzte Viertel des Mondes bezeichnet. Also zunehmender bzw. abnehmender Halbmond. {G} ine, inne - Huf, (Finger-) Nagel; Kralle(D) Die Bezeichnung beschreibt die Form des Halbmondes: Hufförmig. N steht für NOUX = 'Nacht' R steht für RI = 'Mond' {G} ré – f. Mond;(1) / 'ré' hat im Gälischen das weibliche Geschlecht! siehe auch oben: :...the moon in her great fifteenth.. | Hufeisen als Glückssymbol
Genagelte Hufeisen waren bereits bei den Kelten in Gebrauch. (https://de.wikipedia.org/wiki/Hufeisen) | Halbmond/Hufmond zunehmend Bedeutung: N INIS R : heute (ist) Halbmond - ('Hufmond') |
• X MD | • X D | ||
• XI D AMB | • XI D AMB | ||
• XII MD | • XII D | ||
• XIII MD | • XIII D | ||
• XIIII MD | • XIIII D | ||
• XV MD | • XV D | ||
ATENOUX | ATENOUX | ||
• I MD | • I D | ||
• II MD | • II D | ||
• III D AMB | • III D AMB | ||
• IIII MD | • IIII D | ||
• V D AMB | • V D AMB | ||
• VI MD | • VI D | ||
• VII D AMB ~ N INIS R | |||
II MD | • VIII D ~ N INIS R | ||
• VIIII D AMB | • VIIII D AMB | ||
• X MD | • X D | ||
• XI D AMB | • XI D AMB | ||
• XII MD | • XII D | ||
• XIII D AMB | • XIII D AMB | ||
• XIIII MD | • XIIII D | ||
• XV D AMB | DIUERTOMU |
Bretonisch: {Bret} diouer [diwer] – Mangel, Verlust;(7) Gälisch: {G} diobhar - Wegfall, Nichtberücksichtigung;(1) DIUERTOMU: Bedeutung: '(Tag) entfällt' | |
MONAT | Monatsnamen Textfragmente in Kursivschrift | Beschreibung/Bedeutung | |
Schaltmonat S1 vor SAMON 1 | QVIMON ..[A]B RIXTIO... CO[R].... GARIEDIT O[X].. ANTIA POGDEDORTONIN QVIMON |
QVIMON: {G}:cuim, cuimne - Erinnerung, Gedächtnis; {G} cuman-erinnert, unvergesslich (2) QVIMON: "Zur Erinnerung" bzw auch "Anmerkung": RIXTIO: {G} riachdanas - Notwendigkeit; riaghlach - a. richtig, ordentlich;
{G} còir-genau, richtig, korrekt, passend;(1)
còra, Komperativ von còir- besser passend; GARIEDIT: {G}: gaire - Wiedergut-machung, Ausbesserung, Korrektur, Berichtigung, Nachbesserung;(1) {G}: riadh - Berichtigung, Ausgleich; (1) {G} réit, réite – Anpassung; (1) OX[T]ANTIA - "Achtzig" {G}: ocht - acht (1); ochd ceud - 800 POG: siehe {G}:cóig - "fünf" (Q-Keltisch);(1) {G}:cóic - "fünf" (Q-Keltisch); (2); entspricht poc/pog -P-Keltisch : fünf; {G}:cóicde – fünf Tage, Periode von fünf Tagen;(2) entspricht POGDE: 5 Tage DORTONIN: {G}:doráith –gesamt, insgesamt; (2) | ........RIXTIO....: 'Notwendigkeit'.... ......GARIEDIT: ......(zur) 'Berichtigung/Anpassung'...... OX[T]ANTIA 'Achtzig'... POGDE DORTONIN: '5 Tage insgesamt'... OX[T]ANTIA.POGDE DORTONIN: '85 Tage insgesamt'... Mögliche Übersetzung Text zusammengefasst : 'Durch den Einschub diesen Monats erhöht sich die Tagesanzahl des betreffenden Jahres auf insgesamt (3)85 Tage.. Die Nachrechung im Kalender ergibt: Der Schaltmonat QVIMON mit 30 Tagen erhöht die Jahressumme der Tage auf: 355 + 30 = 385 Tage. Ergebnis also wie oben beschrieben! Ähnlicher Text siehe weiter unten im Schaltmonat CIALLOS. Die fehlende Zahl 300 für den kompletten Tagesumfang von 385 Tagen steht vermutlich auf einem der dem fehlenden Bruchstücke. QVIMON: bedeuteut 'Zur Erinnerung' oder 'Anmerkung' |
M1 MAI | MID SAM M M SAMON M | Šamaš war in der babylonischen Mythologie der Sonnengott (Wikipedia) {S} śám-Glück, Heil, Segen; śámgavi - heilbringend für das Vieh (10); śamgaya - heilbringend für den Hausstand (10) {S} śámā:f. - 1. Jahr; 2. Jahreszeit (10) {S} Śámyos – Heil und Segen {G} sam – die Sonne; samhradh - 1. Sommer (1) ; 2. der Monat Mai (1) T3: EXINGIDVM IVOS {G} eigh-s.f. Ruf, Schrei, Ausruf; eigheach-Ankündigung, Ausrufung, Ver-kündigungszeromonie;(1) IVOS : {G} ios - essen, speisen; (1)
SAMON = Sommer(anfang) Fest: Beltaine Auch bei Germanen war es üblich den Sommerbeginn mit einem Fest zu feiern.
In der Heimskringlasaga wird von drei Jahresfesten bei den vorchristlichen Nordleuten berichtet. Hier heißt es, daß Håkon I. der Gute (* um 920; † um 961), der dritte König Norwegens 3 Feste im Jahr wie folgt feierte: „…Solange das Heidentum herrschte, war er gewohnt, jedes Jahr drei Opferfeste zu veranstalten: Eins zu Winteranfang, ein anderes im Mittwinter, ein drittes zu Beginn des Sommers…“ (Snorri Sturluson: Heimskringla, Óláfs saga helga) | SAMON-Bruchstück Tag 17: TRINOXSAM[ ] SINDIV {G}TRI (1): 'drei'. Könnte auch ein Verstärkungswort ähnlich dem heutigen französischen Wort 'très' in der Bedeutung: 'sehr, höchst-, äußerst-', sein. Bretonisch: tre - sehr, vollkommem;(7)
Die Zahl 3 war eine bedeutende, mächtige und wichtige Zahl für die Kelten. Die Zahl wurde als heilig erachtet, so dass alles, was visualisiert in drei Teilen oder Dreiergruppen dargestellt wurde, auf den hohem religiösem Wert des Abgebildeten hinwies. SINDIV: {1} sin – beginnen, anfangen; {G} dé - Tag (1); {G} dia -Tag (2); {S} Sansk.: div - 2. Tag (10); Cornisch: dydh - Tag; Übersetzung: (3-Tages-Festivität oder das 'Hohe/Wichtige' Fest) 'TRINOXSAMON beginnt heute' In einer einer Erzählung aus dem Ulster-Zyklus der Irischen Mythologie (Titel: 'Serglige Con Chulainn ocus oenét Emire') wird eine 3-Tages Feierlichkeit wie folgt erwähnt : '....tri la ria samfuin . tri laa iarma lathe . na samn feisne..' Übersetzt: [..die Ultonier hatten den Brauch jedes Jahr ein Fest zu veranstalten, das] ....drei Tage vor samfuin, drei Tage danach und an samn selbst gefeiert wurde... Weiter wird berichtet: ..'conid de sin atat na trenae samna sechnon na hErend'. Übersetzung: "..Das kommt daher, daß die 'Trenae Samna' überall in Erinn beachtet werden.." Quelle: 'The semantic shift of “Samain” from Summer to Winter (26) SAMON: Der Sommermonat / Maimonat |
M2 Juni | M DVMAN ANM | {Bret} Bretonisch: tomm ['tom] - warm; tomman - wärmen; {K} Kornisch (3): tum - warm, heiss; tumma - erwärmen, erhitzen {W} Walisisch: twym - a. warm, heiß; (5) -------------------------------------------------------- Im 5. Jahrhundert v. Chr. war um den 23. Juni die Sommersonnenwende (25) (Solstitium (lateinisch für Sonnenstillstand)) | MAT / ANM: Der Vermerk M bzw. MAT bezeichnet Monate mit 30 Tagen, der Vermerk 'ANM' (= 'ANMAT') bezeichnet Monate mit nur 29 Tagen. Gälisch 'math' bedeutet 'voll, ganz, vollständig, komplett', 'an-' als negatives Präfix 'nicht, un-'. ANMAT bedeutet somit 'unvollständig'. Hier gibt es eine Parallele zu den altgriechischen Kalendern, wo Monate mit 30 Tagen als μήν πλήρης ('men plereis') = als 'voller, vollständiger Monat', Monate mit nur 29 Tagen als 'μήν κοίλος' ('men koilos') = als 'hohler, unvollständiger Monat bezeichnet wurden. {G} grian-stad : Sonnenwende/Solsticium; (1) {G} grian-sham-stad : Sommersonnenwende; (1) {G} grian-samhraidh: Sommersonnenwende; (1) DUMAN: Der Wärmemonat |
M3 Juli | M RIVROS MAT |
{G} ri – König;(2); {G} righ - König; ùr - Hitze; rè - Mond (1); úr – Hitze, Wärme; ur -s.m. Feuer;(1) Sanskrit {S} ūrjas - Macht, Kraft;
RIVROS: Monat des 'König des Feuers' bzw der 'Sonne'; Monat des Sonnengottes (Maponos / Lug / ...) 25. Tag: PETIVX RIVRI {G} peit - Musiker, peitech - Musik;(1) {G} thiugh - Ende;(1). Übersetzung: 'Ende der musikalischen Festivitäten (zur Verehrung des Gottes MAPONOS) ---------------------------------------------------- | J4 T1: TRICIOMV RIVRO {G}TRI (1): 'drei'. Könnte ein Verstärkungswort ähnlich dem heutigen französischen Wort 'très' in der Bedeutung: 'sehr, höchst-, äußerst-', sein.
Die Zahl 3 war eine bedeutende, mächtige und wichtige Zahl für die Kelten. Die Zahl wurde als heilig erachtet, so dass alles, was bildlich in drei Teilen oder Dreiergruppen erschien, eine Darstellung von hohem religiösem Rang war. Sprichwort: "Aller guten Dinge sind drei " ---------------------------------------------------------------------------------------------------------- {G} ci - 1.Klage, Jammer, Wehklage; 2.jammern, klagen, wehklagen;(1) {G} omhan - Furcht, Angst; (1)
Mögliche Bedeutung: Da zur Sommersonnenwende der Vollmond seinen jährlichen tiefsten Stand über dem Horizont erreicht, wurden Klagen angestimmt aus Furcht, der Mond könnte irgendwann ganz verschwinden. T 4 (J3,4) : BRIG RIV /... GIO RIVR /
{G} 1. bri – hill; 2.bri – flame; (2); T14: LVG / T15 MAPANOS / T25 PETIVX RIVRI T13 DEVORLUG
{G} dé - Tag (1); D: for-Präfix : über-, bezeichnet etwas ausserordendliches, herausragendes.. D: luagh und luaid: preisen, besingen, lobpreisen, festlich begehen; (1) Der 15. Tag (Vollmond) ist markiert mit dem Götternamen MAPONOS Maponos ist ein keltischer Gott der kraftvollen Jugend, des Lichts und der Sonne. Er wurde in romano-britischer Zeit dem römischen Gott (Sonnengott) APOLLON gleichgesetzt, wie Texte von erhaltenen Altarinschriften beweisen: "..APOLLINI/MAPONO.. -..DEO MAPONO.. - DEO SAN(CTO) / [A]POLINI MAPONO / .... {S} Sanskrit: máh - groß, mächtig; máhas - Größe, Macht, Licht, Glanz;. púnya - moralisch: rein, tugendhaft, heilig;(10) Alles Eigenschaften,die auch auf den Gott Apollo zutreffen: in Skulpturen wird er als ein strahlend-reiner, schöner und kräftiger Jüngling dargestellt. Er wurde zur zur Hoch-Zeit der griechischen Kultur als Sonnengott verehrt und wurde mit Attributen wie : „der Leuchtende“, „der Glänzende“ belegt. Apollon wurde auch als Orakelgott vereehrt.
Fluchtafel von Chamalières (Frankreich, ca. 1. Jhdt.n.Chr.): '.. Andedion uediiumi diiiuion risun artiu Mapon..' RIUROS: Monat des Sonnenkönigs / Monat des Sonnengottes |
M4 AUGUST | M ANAGAN ANM | {S} ānā - Nahrung, Essen, Futter (10); {G} anae - Fülle, Wohlstand, Wohlergehen (2); ------------------------bzw------------------------- {G} an, ana - negatives Präfix 'nicht, un-'.
gann – Armut, Mangel, Knappheit;
gainne – Armut, Hunger; (1) | T4. OCIVM (J3,4,5) OCIOMV RIVRI ANAGAN: Monat des 'Nichtmangels', Monat der Fülle; August-Erntemonat d.h. Getreide, Früchte, Futter, Nahrung reichlich vorhanden! Fest Lughnasadh - Erntefest |
M5 SEPTEMBER | M OGRON MAT | {G} og - ganz, gesamt, vollständig (2); {G} crón – braun, rotbraun, dunkelgelb, rötlich (1); September: Das Laub verfärbt sich | Der Monat September/Oktober wird wegen der Verfärbung des Laubes im Altdeutschen und in verschiedenen Bauernregeln auch als 'Gilbhart' oder als 'Goldener Herbst' bezeichnet. OGRON: Der Verfärbungsmonat |
M6 OKTOBER | M CVTIOS MAT | Sanskrit: {S} kutha - Wolldecke (10); Gälisch: {G} còta – Mantel, Fell, Decke, Bedeckung (1); | Ab Oktober wird es merklich kälter. Die Menschen brauchen dickere Kleidung, eine Bedeckung, einen Mantel.... CUTIOS: Mantelmonat |
Schaltmonat S2 2. Schaltmonat im Jahr 3 vor GIAMON 3
| CIALLOS B[V] IS SONNO CINGOS[] AMMAN M M XIII LAT CCC LXXXV [S]ANTARAN M | CIALLOS (im 3. Jahr-Monat 31)-Schaltmonat {G} cíall – Bedeutung, Sinn, Anlass, Grund, Einsicht, Erkenntnis, Weisheit, Klugheit (2) Irisch {I} ciallú – Erklärung, Interpretation; (12) B[V]IS: Sanskrit {S} bhūyas – mehr, größer; (10); oder Textfragment gelesen als B[I]IS: Irisch {I} bisiú (gesprochen: b'is'i:) - verbessern, steigern son - a) Grund, Anlass, Ursache; b) Präp.und Adv.: wegen, in Folge, auf Grund, weil, zum Zweck, (1);
{G} cingid -Wurzelwort: cinges: a) gehen, voranschreiten, überschreiten, übertreffen (2); b) übersteigen, größer sein als; cinn- (an-)wachsen, größer werden, ansteigen, zahlreicher werden;(1) CINGOS - Substantiv 'Vergrösserung'?! [A]MMAN: {G} àm, ama, amannan: Zeit (allgemein); Periode, Jahreszeit (1); (Hindi :{H} samam - Zeit, Jahreszeit, Periode; (6)) LAT: {G} là - 1. der Tag, Zeitspanne vom Abend bis zum Abend; làithean - Plural von là - Tage;(1) [S]ANTARAN: Anmerkung: Wenn man das betreffende Bruchstück genau betrachtet, erkennt man vor dem 'A' den oberen Anfangbogen vom 'S'. {G}) sain-wechseln,schwanken,varieren, sich ändern;(1) saine, saineas - Schwankung, Veränderung, Abweichung (1); tàr -kommen, gehen; tàr = v. tàir - gehen, weggehen (1); Sanskrit: sāntara - verschieden, nicht standhaft oder fest (10); SANTARAN-: "Monat der abwechselnd kommt (oder geht)" /der unstete Monat = Wechselmonat/Schaltmonat | CIALLOS-Bruchstück (vergrössert) Übersetzung: CIALLOS B[V]IS oder B[I]IS: zum größeren/besseren Verständnis... SONNO CINGOS [] : dadurch (=in Folge) vergrößert sich .... [A]MMAN M M XIII : die Zeit/Periode der Monate (auf) 13 Monate .. LAT CCC LXXXV : 385 Tage.. [S]ANTARAN M : Wechselmonat
Anmerkung: Der Begriff SONNO CINGOS wird in verschieden wissentschaftlichen Abhandlung mit 'Sonnenlauf' übersetzt. Meine Untersuchungen haben ergeben, daß der Begriff 'Sonne/Sunna' in keiner keltischen Sprache bzw Wörterbuch irgendwann einmal in der Bedeutung "Sonne" aufgetaucht wäre. Sogar im altnordischen wird der Begriff 'Sól' für die Sonne verwendet. 'Sunna/Sonna' ist ein germanisches Wort. Es war im altisländischen (15), altsächsischen (16) und im althochdeutschen (17) ein Begriff. .'Sunna' wird im zweiten Merseburger Zauberspruch aus dem 10. Jahrhundert erstmals erwähnt ('..Sinthgunt, Sunna era swister'). Sól/Sunna sind dabei weiblich, während der gleichnamige römische Sonnengott Sol männlich ist. (Siehe auch:https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(nordische_Mythologie)) Im Gälischen heisst die Sonne sul (Lateinisch 'sol') und auch 'grian';(1). In Manx 'grian' - die Sonne; 'sollys'- hell, leuchtend, strahlend (11), im Bretonischen 'heol' - die Sonne (Griechisch: 'ήλιος' =Helios) (7), im Kornischen 'howl' - die Sonne (Griechisch: 'ήλιος' =Helios) (9) bzw 'houl' (3);
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M7 NOVEMBER | M GIAMON ANM | {G} gamh - 1. Winter; 2. kalt (1); {G} gam, gaim - Winter (2); GIAMON = Winter(anfang) | GIAMON: Wintermonat |
M8 DEZEMBER | M SIMIVIS MAT | {S} simā, simán – Grenze, Scheitel, Höhepunkt;
viśaya - Mitte Monat der Wintersonnenwende {G} grian-geamraidh :Wintersonnenwende; (1) | In jeder Vollmondphase stehen sich Sonne und Mond konträr gegenüber d. h. in Opposition. Zur Wintersonnenwende erreicht die Sonne während ihres jährlichen Laufs ihren tiefsten Stand über dem Horizont, während der Mond seine höchste Höhe erreicht (Sonne: 17,5° über Horizont/ Mond: 68,5° über Horizont). Mond bei den Plejaden Das war für die Druiden und Sterndeuter leichter zu beobachten und zu erkennen als den Sonnenstand zu beobachten und ein sichereres Zeichen: für die Festlegung der Wintersonnenwende |
M9 JANUAR | M EQVOS ANM | {Brit} *iegis - Eis (8); {G} Old Irish: aig - Eis (8); {G} eigh - Eis;(1)
{G} èag, éig – Tod;(1) {G} éicen - Not, Armut, Elend, Mangel, Knappheit;(2) | Januar : Eismonat/Hungermonat/Todesmonat. Die Vorräte, Lebensmittel, das Viehfutter geht langsam aus. Mangel an Trinkwassser durch zugefrorene Bäche und Quellen(?) Es herrscht Elendl und Not. Der Tod ist allgegenwärtig. Die Bezeichnung Eismonat, Eismond, Hartung, Hartmonat usw für den Monat Januar findet sich in vielen alten Kalendereinträgen. Englisches Sprichwort in einem Kalendereintrag für Januar: 'From Christmas to May weak cattle decay' - Tusser, Thomas Anno 1586;(40) 'Zwischen Weihnachten und Mai geht das schwache Vieh ein'. Januar war der Monat mit der höchsten Sterberate bei Mensch und Vieh. EQUOS: Eismonat |
M10 FEBRUAR | M ELEMBIV ANM | ELEMBIV - Lämmermonat
{G} lemmel, lamme – springen, hüpfen;(3) Manx {M} lheim - springen, hüpfen; (11) {G} biu – lebendig, lebend;(1) | Keltisches Fest 'óimelc' wird Anfang Februar gefeiert und markiert den nahenden Frühling. Schafe bekommen ihre Lämmer und geben die erste Milch. Die Menschen freuen sich, nach einem kalten und entbehrungsreichen Winter endlich wieder ausreichend Nahrung wie Milch und Käse zu bekommen.. oe - das Schaf; (1); Altirisch mlegon – (er,sie, es) melkt (2); mlegon - das Melken;(18) {G} lamban - geronnene Milch; lambanach – im Überfluss vorhandene geronnene Milch;(1) ELEMBIU: Lämmermonat |
M11 MÄRZ | M EDRINI MAT | EDRINI - Kälbermonat | Im März werden die Kälber geboren. Die Kühe geben wieder Milch. Es geht aufwärts... Frühling:Gälisch: 'Earrach' . Bei den alten Gälen hieß der Frühling auch 'Earrach Geamhraidh'. - ' Winterende' Gälisch {G} 'èarr' – Ende ; gamh - 1. Winter; 2. kalt (1); also 'Winterende'; EDRINI: Kälbermonat |
M12 APRIL | M CANTLOS ANM | {W} cân – Lied, Gedicht; canu - singen (8) ; {Bret} kan - Singen, Gesang (7); {S} kan - sich freuen, glänzen (10); kānti – 1.Liebreiz, Anmut; 2.Glanz, Strahl; (10) las - strahlen, glänzen (10); {G} cain - fein, gut, hell, schön (2); {G} cantain - Gesang, Singen;(2) Corn: {G} kann - Schein, Helligkeit, Glanz, Pracht; kan - Lied, Gedicht; kana - singen; (9) | Monat CANTLOS : Überall frisches Grün. Vorfreude auf den nahenden Frühling und warmen Sommer. Menschen und Vögel singen und jubilieren. TIOCOBREXTIO: Der Vermerk tritt auf am 15. des Monats CANTLOS im Jahre 1,2,3, am 7. Tag des Monats GIAMON im Jahr 3, am 8. Tag des Monats ELEMBIV im Jahr im Jahr 3, am 7. Tag des Monats SIMIVIS im Jahr 4. Diese Tage sind Gerichtstage für die einfache Landbevölkerung:
{K} tioc -Landwirt, Landmann, Bauer, Mann aus der einfachen, gemeinen Landbevölkerung; (3) Die Bezeichnung 'taioc', 'taiog,' or ' taeog,' in "The Ancient Laws of Wales" (23) bezeichnet einfache Leute aus dem Landvolk bzw abgabenpflichtige Kleinbauern. {G} bret - Richter, Urteiler; breth - Urteile sprechen, beurteilen;(2) breith - richten, urteilen; dann auch : Beurteilung, Verurteilung, Entscheidung;(1); CANTLOS: Freudenmonat TIOCOBREXTIO = Gerichtstag für die Landbevölkerung: |